In der letzten Woche hatte ich die Chance die Veranstaltung „Leben und Berichten im Exil“ bei ALEX Berlin zu besuchen. Nach Grußworten von Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer (Vorsitzender des Medienrats der mabb) und Staatssekretär Björn Böhning stellte Steffen Meyer-Tippach vom mabb die neue Webseite „Willkommensportal“ vor. Dort werden auf deutsch, englisch und arabisch nicht nur Informationen zum Leben und zu Organisatorischem in Deutschland gegeben, sondern vor allem integrierte Medienangebote von öffentlich-rechtlichen und anderen Anbietern gezeigt – mit Untertiteln oder auf der jeweiligen Sprache und von Kinderfilmen bis Nachrichten. Ein sehr gelungenes Projekt!

Außerdem stellte der mabb sein Integrationsvolontariat vor. Dabei sprachen die 27-jährige Hiba Obaid aus Aleppo, ihr Kollege Ahmad Wali Temori, 23 Jahre alt, aus Afghanistan sowie Jamal Ali, 30 Jahre alt, aus Aserbaidschan über ihre Erfahrungen aus dem seit Mai laufenden Volontariat. Sie werden dabei an unterschiedlichen Standorten an Arbeitsprozessen und crossmediale Produktionen beteiligt und produzieren verschiedene Inhalte selbst. Dadurch haben sie bereits jetzt Strahlkraft und senden diese als Multiplikatoren für die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund in die gesamte Gesellschaft aus. Ganz nach dem Motto, das Björn Böhning zu Beginn der Veranstaltung richtig formulierte: Es ist wichtig, dass nicht nur über, sondern eben auch von Geflüchteten berichtet wird.

Anschließend wurde auf dem Podium die sehr wichtige und spannende Frage diskutiert, wie Menschen mit Fluchthintergrund überhaupt einen Weg in deutsche Medien finden können. Moderiert von Ebru Taşdemir (Neue deutsche Medienmacher) sprachen Jaafar Abdul Karim (Journalist Deutsche Welle/Spiegel Online), Michael Rediske (Mitglied des Vorstands von Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit), Alena Jabarine (Journalistin NDR/WDR), Lorenz Maroldt (Chefredakteur des Tagesspiegel) und die Kollegin der Grünen Canan Bayram aus dem Abgeordnetenhaus die unterschiedlichsten Hürden an. Eine höhere Sensibilität vieler Redaktionen ist dabei eine entscheidende Komponente. So viele junge, engagierte und kluge Menschen zu treffen war für mich ein schönes Erlebnis und es macht mir Mut, dass dieses wichtige Thema mehr Gehör findet und unsere Medienlandschaft bald Vielfältiger sein wird. Danke allen Mitwirkenden für diese Veranstaltung und vor allem an alle engagierten Menschen, die diese tollen Projekte auf die Beine stellen und nicht müde werden, für gelingende Integration und gutes Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu arbeiten.

Mehr Informationen über das Integrationsvolontariat finden Sie auf den Seiten des mabb und die Veranstaltung zum Nachschauen gibt es hier.

Grußwort von Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Vorsitzender des Medienrats der mabb (Medienanstalt von Berlin und Brandenburg)

 

Grußwort von Staatssekretär Björn Böhning

 

Steffen Meyer-Tippach vom mabb stellt die neu Website www.wilkommensportal.de vor.

 

Die 27-jährige Hiba Obaid aus Aleppo, ihr Kollege Ahmad Wali Temori, 23 Jahre alt, aus Afghanistan sowie Jamal Ali, 30 Jahre alt, aus Aserbaidschan reden über ihr Integrationsvolontariat

 

Podiumsdiskussion zur Frage „Wie finden Menschen mit Fluchthintergrund einen Weg in deutsche Medien“.  v.l.n.r.: Alena Jabarine (Journalistin NDR/WDR), Michael Rediske (Mitglied des Vorstands von Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit), Ebru Taşdemir (Neue deutsche Medienmacher, Moderation), Lorenz Maroldt (Chefredakteur des Tagesspiegel), Canan Bayram (Grüne, Abgeordnetenhaus von Berlin), Jaafar Abdul Karim (Journalist Deutsche Welle/Spiegel Online)

 

In der Halle bei ALEX Berlin

 

Diskussion zum Thema: „Leben und Berichten im Exil – wie Menschen mit Fluchthintergrund einen Weg in deutsche Medien finden“

 

Im Gespräch mit dem Chefredakteur des Tagesspiegel Lorenz Marold

Leben und Berichten im Exil – wie Menschen mit Fluchthintergrund einen Weg in deutsche Medien finden

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